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Qualitätskriterien bei Ausbildungen - Pferdegestützte Interventionen

Der Begriff „Reittherapie“ wird häufig verwendet, ist aber bei genauerem Hinsehen problematisch.

Das Wort Therapie ist nicht geschützt, somit kann sich jeder/r zum „Reittherapeut:in ernennen, auch ohne fundierte Aus- oder Fortbildung. Ein schönes Foto – womöglich mit Rollstuhl – im Internet… und schon ist man im Geschäft. Kunden wissen dann meist nicht, ob die Person eine qualifizierte Aus- und/oder Fortbildung hat oder nicht. Allerdings ist „Therapie“ ein Begriff aus dem Gesundheitswesen. Ohne Vorlage eines anerkannten Heilberufes ergeben sich hiermit erhebliche rechtliche Bedenken. Trotzdem gibt es eine Vielzahl von Fortbildungsangeboten, teilweise ohne jeglicher Grundqualifikation, teilweise ausschließlich online. Personen, welche diese Kurse absolvieren und anschließend mit – in welcher Form auch immer beeinträchtigten - Menschen am Pferd arbeiten, riskieren, keinerlei rechtlichen (und versicherungsrechtlichen) Schutz zu haben.

Für Patient:innen/Klient:innen, die „Reittherapie“ in Anspruch nehmen möchten, ist es äußerst schwierig, sich in der Vielzahl der Angebote zurechtzufinden. Umso wichtiger ist es, hier Aufklärungsarbeit zu leisten und sichere Qualitätsmerkmale auch nach außen sichtbar zu machen.

Namhafte Organisationen und Kostenträger erkennen die Ausbildungen des OKTR® (Österreichisches Kuratorium für Therapeutisches Reiten) Dank der strengen Qualitätskriterien und großen Expertise als einzige in Österreich an.

Bei den pferdegestützten Interventionen braucht es immer einen Grundberuf, mit dem man anschließend eine Weiterbildung für die jeweilige Intervention absolviert. Das OKTR® unterscheidet hier 4 Sektionen und bildet Personen mit entsprechenden Grundberufen in qualitativ hochwertigen, zertifizierten Kursen (Ö-Cert gelistet) aus:

Die Lehrgänge:

Genaue Zugangsvoraussetzungen und Informationen zu den Lehrgängen in den 4 Sektionen.

Alle Ausbildungen in der pferdegestützten Intervention müssen so aufgebaut sein, dass ausreichend praktische Einheiten direkt am Pferd angeboten werden. Die Verknüpfung von Theorie und Praxis ist essenziell, vieles kann nur in der direkten Interaktion mit den Pferden erlernt und geübt werden. Hier ist auch die unmittelbare Rückmeldung der Lehrenden wichtig; es kann also unmöglich in einem Online-Seminar oder einem einzigen Wochenend-Kurs vermittelt werden. Nur mit entsprechender Ausbildung und Übung kann die volle Qualität der Pferde und deren Nutzen in der Therapie ausgeschöpft werden. Auch der Sicherheitsaspekt spielt hier eine wesentliche Rolle, denn wer sein Pferd gut „lesen“ kann, wird bei Gefahr auch adäquat reagieren können.

Alle Lehrenden des OKTR® für pferdegestützte Interventionen benötigen eine hohe Fachkompetenz und müssen sich ständig weiterbilden.

Mit dem Nachweis einer entsprechend qualifizierten Ausbildung in einer der 4 Sektionen kann dann teilweise auch mit einer Refundierung der Kosten gerechnet werden.

Es zeigt sich somit in vielerlei Hinsicht, wie wichtig eine fundierte und qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung in den pferdegestützten Interventionen ist.

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