Was ist Hippotherapie?

Unter Hippotherapie versteht man eine spezielle physiotherapeutische Maßnahme, die bei behinderten und kranken Personen das Pferd und dessen dreidimensionale Rückenbewegung unter medizinischen Gesichtspunkten einsetzt. Dabei wird der Mensch durch ganzheitliche Förderung körperlich, emotional, geistig und sozial angesprochen. Diese neurophysiologische Behandlung muß ärztlich verordnet, für den Patienten individuell dosiert und dem Therapieplan entsprechend aufgebaut sein.

Weitere Informationen zur Hippotherapie in unserem 3-minütigen Video!

Das Therapiepferd

Das Hippotherapiepferd muss charakterlich einwandfrei sein, menschenfreundlich, ausgeglichen, nervenstark und doch sensibel. Bei der Auswahl sollte der spezifische Einsatz beachtet werden, da unterschiedliche Pferdetypen verschieden starke dreidimensionale Schwingungsimpulse übertragen.

Hippotherapie

Das Pferd muss eine gute dressurmäßige Ausbildung haben, um dann für seinen Einsatz in der Therapie vorbereitet zu werden. Hierzu gehört z.B. das Herantreten und ruhig Stehen an der Rampe, Auf- und Absitzen auch mit Hilfe eines Liftes, Gewöhnung an Rollstühle, klemmende Schenkel, Asymmetrien, merkwürdige Laute und vieles andere.

Des Weiteren gehören die Arbeit am Langzügel und das therapeutische Führen zur Ausbildung. Zur Befriedigung seiner artgemäßen Bedürfnisse spielt seine Haltung eine wesentliche Rolle. Dazu zählt der tägliche Koppelauslauf in der Gesellschaft von Artgenossen, Ausritte, aber auch sportliches Reiten zur Gymnastizierung.

Durchführung

Hippotherapie wird ärztlich verordnet und von einem(r) Physiotherapeut*in mit der Zusatzausbildung Hippotherapie unter Einsatz eines Therapiepferdes durchgeführt. Die Leitung der Hippotherapie obliegt dem(r) Therapeut*in. Die Therapie muß dem Patienten individuell angepasst und dem Therapieplan entsprechend aufgebaut werden. Das Pferd wird von einem(r) Pferdeführer*in therapeutisch (seitlich) oder am Langzügel (von hinten) geführt. Das Pferd ist entsprechend seinem Einsatz ausgerüstet (meist mit Therapiegurt). Der (die) Perdeführer*in muss pferdekundig und verantwortungsbewußt sein (Mindestalter 16 Jahre).

Zielgruppen

Menschen mit Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems:

Cerebralparese, zentrale Hypotonie, Multiple Sklerose (Encephalitis disseminata), Myelomeningocele, Zustand nach Schlaganfall, Spina bifida, Rückenmarkserkrankungen, minimale cerebrale Dysfunktion, Querschnittslähmung, Posttraumatische Erkrankungen, Zustand nach Schädelhirntraumata.

Menschen mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates:

Bandscheibenprobleme, Hüfterkrankungen, Skoliose, Haltungsschwäche, Muskuläre Dysbalancen, Zustand nach Amputationen.

Menschen mit Muskel- und Stoffwechselerkrankungen

Menschen mit durch Chromosomenanomalien verursachte Syndrome

Frauen mit gynäkologischen Problemen

Kosten

Die genauen Kosten pro Einheit variieren je nach Therapeut*in und können bei dieser / diesem direkt erfragt werden.

Ausbildung zur Hippotherapie – Neu

Voraussetzungen für die Lehrgangsteilnahme:

  • Abgeschlossene Physiotherapieausbildung
  • 2-jährige Arbeit mit vorwiegend neurologisch erkrankten Patient*innen oder Bobathkurs (Erwachsene od. Kinder)
  • Grundkenntnisse in FBL
  • Reitsportliche Qualifikation: Reiternadel oder Übungsleiter Voltgieren und/oder Fachassistent*in pferdegestützte Interventionen (http://www.oeps.at)

Lehrgang Hippotherapie:

1.Teil (Dauer 6 Tage)

Theorie und Praxis: verschiedene Arten des Longierens und Führens speziell für die Hippotherapie, Auswahl und Ausbildung des Therapiepferdes speziell für die Hippotherapie, Bewegungsanalyse von Pferd und Reiter, physiotherapeutische Behandlungsplanung, medizinische Grundlagen für die Hippotherapie, Indikationen, Kontraindikationen, Assessment, Patientendemonstration, Gruppenarbeit-Selbsterfahrung, Hippotherapie praktisch und theoretisch, Filme

2.Teil (Dauer 6 Tage)

Anwendung der Hippotherapie praktisch und durch theoretische Vorlesungen, Hilfsmittel, Therapiedurchführung (Theorie und Praxis), medizinische Grundlagen für die Hippotherapie, das Therapieteam, Versicherungsfragen, psychologische Grundlagen für therapeutisches Arbeiten, Geschichte der Hippotherapie

Prüfung:

Der 2.Teil endet mit einer Prüfung durch eine Kommission, bestehend aus eine(r)m Vertreter des Bundesverbandes der Physiotherapeut*innen Österreichs und der Unterrichtenden und einem/r Ärzt*in

Kosten:

€ 1.280.- / je Kursteil
Die Teilnahme an beiden Teilen ist verpflichtend.
Die Mitgliedschaft beim Österreichischen Kuratorium für Therapeutisches Reiten ist verpflichtend.

Ausbildertafeln: Die Ausbildertafeln für Hippotherapeut*innen können bei der Sektionsleitung (Email: hippotherapie@oktr.at) bestellt werden.

Kontakt

Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte telefonisch oder per Email:

Sektionsleitung: Thesy Feichtinger-Zrost, MSc

Tel: 0676 / 4037 073 Tel: 0676 / 4037 073
Email: hippotherapie@oktr.at

Stellvertretung: Anneliese Pachinger

Tel: 0650 / 8201 473 Tel: 0650 / 8201 473
Email: hippotherapie@oktr.at


OKTR Qualifikationsnachweis Hippotherapie download

Fortbildungskatalog Hippotherapie download

2022/03: Bewegt – Das Physiotherapie-Magazin für Österreich - Hippotherapie download

Landesgruppenleiter*innen/Landesreferent*innen download PDF

Aktuelle Termine

14.04.2023 - 22.04.2023
Hippotherapiekurs Teil 2 - Graz

14.04.2023 - 22.04.2023
Hippotherapiekurs Teil 2 - Graz

Kosten
€ 1.280.-

Inhalte
Praxis und Theorie, Reitunterricht, longieren/führen am langen Zügel, medizinische Fachbereiche


Teilnahmevoraussetzungen

•    Kopie der Bachelor-Urkunde bzw. Physiotherapiediplom
•    Bestätigung über 2-jährige Erfahrung mit neurologischen Patient*innen oder Bobath Kurs
•    Grundkenntnisse in FBL, Reiternadel in Dressur, Longier-Erfahrung

Kursleitung

Thesy Feichtinger-Zrost, MSc
Tel: +43 676 4037073
A-5020 Salzburg, Elsenheimstraße 20

hippotherapie@oktr.at

Anmeldeschluss 15. Juni 2022
 

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